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Wimpact (IF)

DER EINFLUSS SPÄTMITTELALTERLICHER VISIONÄRER FRAUEN IN DER FRÜHNEUZEITLICHEN SPIRITUELLEN TRADITION KASTILIENS

Worum geht es in Ihrem Projekt und was sind die Forschungsziele?
Das Hauptziel von WIMPACT ist es, die Verbreitung und den Einfluss der Werke von europäischen Mystikerinnen des Spätmittelalters (13.-14. Jh.) im vormodernen Kastilien (zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts - frühes 16. Jahrhundert) zu untersuchen. Das Projekt ist in zwei Phasen zu gliedern: die erste Phase besteht aus der intensiven Erforschung und Katalogisierung kastilischer Manuskripte und Drucke aus der frühneuzeitlichen Epoche. In der zweiten Phase untersuche ich, wie diese Schriften die iberische Gesellschaft beeinflussten, indem sie neue Verhaltensmodelle für die zeitgenössischen religiösen Frauen schufen. WIMPACT beschäftigt sich mit der Bemächtigung von Frauen und dem subsequenten Einfluss, der ihnen bei den Observantenreformen dieser Epoche zukam. Ebenso geht es um die Untersuchung einer umfassenden transnationalen Sichtweise auf die Kulturgeschichte Europas.
Zu den Verbreitungsmaßnahmen gehören die Veröffentlichung von Zeitungsartikeln über das Projekt, die Teilnahme an virtuellen Konferenzen und die Durchführung von Vorlesungen an meiner Gastuniversität, die sich mit weiblichen Autorinnen im Mittelalter und darüber hinaus beschäftigen. In den nächsten Monaten wird eine Internetseite veröffentlicht, auf der die Ergebnisse des Projekts öffentlich verfügbar sein werden. Zum Abschluss des Projekts wird ein dreitägiger Workshop in Düsseldorf stattfinden.

Wie ist die Projektidee entstanden?
In meiner Dissertation analysierte ich die Andachtskultur des Speculum simplicium animarum (Spiegel der einfachen Seelen), ein Werk von Marguerite Porete, einer Begine, die 1310 als Ketzerin auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Nachdem ich die Dissertation 2009 an der Universitat Pompeu Fabra (Barcelona, Spanien) abgeschlossen hatte, erwarb ich interdisziplinäre Kompetenzen in Manuskriptstudien, mittelalterlicher Theologie und Gender Studies, angewandt auf mittelalterliche Schriften religiöser Frauen. Seitdem beschäftige ich mich mit verschiedenen Aspekten der spätmittelalterlichen Andachtsliteratur mit Bezug auf Frauen in einem weiten europäischen Kontext (hauptsächlich Italien, Frankreich und Deutschland). Die Idee, sich mit der Verbreitung von Werken religiöser Frauen auf der iberischen Halbinsel zu beschäftigen, erwuchs aus fast zehn Jahren ununterbrochener Forschung.

Wieso haben Sie sich für die EU-Forschungsförderung entschieden?
Ein MSCA-Fellow zu sein, erweitert den eigenen Horizont in vielerlei Hinsicht. Man erlangt Zugang zu einem ressourcenreichen Umfeld, in dem sich Projekte durch die Unterstützung der renommiertesten Forscher ertragreich entwickeln können. Außerdem wird ein starkes internationales Netzwerk geschaffen, das einen sehr positiven Einfluss auf die Karriere hat.

Was raten Sie Forschenden, die sich für eine EU-Forschungsförderung interessieren?
Mein einziger Rat ist, dass, wenn man sich für ein EU-Forschungsstipendium (z.B. für ein MSCA Individual Fellowship) entscheidet, sicherstellen muss, dass diese drei Punkte abgedeckt sind: Erstens sollte genug Zeit zum Schreiben, Korrigieren und Überarbeiten der Bewerbung eingeplant werden. Zweitens sollte man die Unterstützung der Gastinstitution in Anspruch nehmen. Zu guter Letzt sollte darauf geachtet werden, dass man eine exzellente Bewerbung einreicht. Diese Prozesse sind hochgradig anspruchsvoll und es muss eine sehr gute Leistung vollbracht werden, um erfolgreich zu sein.


Laufzeit 1. Oktober 2019 bis 14. Oktober 2021
Fördersumme HHU EUR 174.806,40
Fördersumme Gesamt EUR 174.806,40
Förderprogramm MSCA-IF-2018 - Individual Fellowships

This project has received funding from the European Union’s Horizon 2020 research and innovation programme under the Marie Sklodowska-Curie grant agreement No 842094.


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